Cosmic Sinkhole
Ein kleines Universum zum Verlieren: 32 schwebende Planeten, über 4.600 LEDs und ein Disco-Ringknoten im Zentrum – aufgehängt zwischen zwei Bäumen im Wald.
Cosmic Sinkhole ist ein kleines Universum, in dem man sich verliert. Der Name ist Programm: Wer darunter steht, wird eingesogen und bleibt. Der Tanz der Lichter zieht dich hinein, bis der Rest der Welt für einen Moment verschwindet.
32 einzeln gebaute Planeten schweben in drei konzentrischen Umlaufbahnen, angetrieben von über 4.600 adressierbaren LEDs. Kein Planet gleicht dem anderen: Jeder ist von Hand marmoriert und bemalt, jede Acrylscheibe anders gefärbt – ein Feld aus lauter Unikaten, das je nach Blickwinkel und Effekt völlig neu wirkt. Über die drei Orbits laufen Lichter, kreisen, driften und lösen sich ineinander auf.
Im Zentrum sitzt der Ringknoten – die Sonne dieses Systems. Ein großer Diskoball-Kern, den Tina Reuter (Hampelkammer) in Kleinstarbeit Stein für Stein mit Diskokugel-Spiegeln beklebt hat. Umspielt von Nebel und wanderndem Scheinwerferlicht wirft er Tausende Reflexionen in den Raum und gibt der Installation ihr pulsierendes Herz.
Getragen wird das alles – rund 80 kg – von Stahlseilen, die zwischen zwei Bäumen gespannt sind. Ein 1-Meter-Stahlkreis bildet das konstruktive und technische Herz: Hier sitzt das „Brain“, von hier laufen die Kabel sternförmig nach außen zu den einzelnen Planeten, und der 3-Meter-Außenkreis ist über Stahlseile an einem zentralen Punkt angebunden. Die eigentliche Herausforderung lag über unseren Köpfen: Um die tragenden Seile in über zehn Meter Höhe in die Astgabeln zu bekommen, haben wir sie mit einer großen Steinschleuder hinaufgeschossen – die Bäume mit Baumschlaufen geschützt, das komplette Rigging gemeinsam mit einem Industriekletterer und seinem Equipment abgesichert. Ob das alles so funktionieren würde, war vorher nicht sicher. Weil ich das Gestell aber im Vorfeld auf dem Dachboden meiner Eltern komplett aufbauen und durchtesten konnte, liefen Auf- und Abbau vor Ort dann reibungslos.
Angesteuert wird Cosmic Sinkhole über vier WLED-Controller per Art-Net, dazu zwei DMX-Scheinwerfer und ein steuerbarer Diskomotor, der den Ringknoten in Bewegung hält. Die Installation ist modular aufgebaut und lässt sich an unterschiedliche Räume und Anlässe anpassen – ob Wald-Dancefloor, Club oder Ausstellung.